5JahreDMW

Themenabend der #DMWMUC: Bewerbung 4.0

Im Rahmen der Münchner Webwoche, die vom 13.06.-21.06.2015 läuft, fand gestern der Themenabend der Digital Media Women München statt. Mit Bewerbung 4.0 wurde eine Diskussion im 35. Stock des Telefónica Germany GmbH & Co. OHG – Towers gestartet.

Unter der Moderation von Beate Mader vom Orga-Team der Münchner Digital Media Women war die Frage des Abends: „Wie bringt man Arbeitsuchende und Firmen heute zusammen?“. In einer Diskussionsrunde sollte erkundet werden, warum es heute trotz der digitalen Medien noch immer so große Unterschiede, Wünsche und Forderungen auf Seiten der Arbeitsuchenden und Arbeitbietenden gibt und wie man diese am geschicktesten zusammenführen könnte. Natürlich hatten die anwesenden Gäste auch ihre eigene Antworten dazu, viel interessanter waren aber die der fünf anwesenden Damen, die für diese Runde geladen waren.

Gesprächsteilnehmerinnen

Bewerbung1Susanne Hillmer, Scout im Social Web Dschungel bei Kundenpfadfinder und uns auch schon seit einiger Zeit selbst gut bekannt, machte den Anfang in der Runde. Sie unterstützt Unternehmen das Employer Branding im Social Web zu aktivieren und hilft an Universitäten Studenten den richtigen Einstieg zu finden, denn gerade diese werden ihrer Meinung nach allein gelassen, wenn es um Netzwerken und Bewerbung 4.0 geht. Allerdings ist hier ein Vorwärtstrend sichtbar, denn so langsam kommen Universitäten auch auf sie zu und bitten um Hilfe, denn gerade diese Generation hat keine Angst vor den sozialen Medien und saugt dankbar Informationen darüber wie ein Schwamm auf.
Der Schwerpunkt von Frau Hillmer liegt vor allem in der Beratung und Training der Business Netzwerke LinkedIn & XING – natürlich auch für Unternehmen und hier ist sie vor allem bei Messeständen noch immer verwundert, was das Anfragenhandling in Sachen Jobangebote betrifft. Hier sieht sie regelmäßig wie Menschen in Kontakt treten und plump auf die Webseite der Organisation verwiesen werden anstatt genau hier Bewerbung 5.0 zu testen – sich die Kontaktdaten aus Xing/LinkedIn geben lassen und dann den geeigneten Mitarbeiter auf die Bewerber zu kommen zu lassen. Einfach, aber effizient.

Heidi Stopper, Ownerin von Stopper Coaching und Consulting kam direkt im Anschluss zu Wort. Sie arbeitet als Business- und Karrierecoach sowie als Unternehmensberaterin zu Transformation und Digitalisierung. Sie hat eine langjährige Karriere in verschiedenen Branchen und Ländern gemacht und war zuletzt Vorstand bei der Prosiebensat1 Medien AG. Sie rät eins: nehmen Sie auch einmal Jobs an, von denen sie vermeintlich wenig Ahnung haben, denn Dinge kann man lernen. Und genau diese Jobs sind es, die die eigene Persönlichkeit und Kreativität fordern. Stellen Sie sich immer die Frage „Was macht gerade mich einzigartig?“ und tragen Sie dies nach außen. Übrigens erklärte Frau Stopper auch, dass sie nicht jeden Job gemocht hat, den sie annahm, aber gerade diese haben sich als besondere Vorteile in Sachen Netzwerken herausgestellt. Sich ran trauen, ist das A und O.

TweetsDie goldene Mitte bildete Ute Blindert. Sie liefert als Autorin (Buch: „Per Netzwerk zum Job. Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst.“ Campus 2015) und Speakerin Impulse für Unternehmen und deren Fach- und Führungskräfte. Sie begleitet vor allem Akademiker in Karriere- und Selbstmarketingfragen. Als Gründerin der Karriereportale zukx.de und businessladys.de ist sie mit ihrem Team nah dran an den Fragen zur Arbeitswelt der Zukunft. Beispielsweise welche Stellschrauben noch bei Unternehmen und Bewerben gedreht werden müssen, damit sie besser zu einander finden. Sie ruft ganz klar zu mehr Mut zur Eigenverantwortung auf. Dazu gehört es auch, sich einmal Ermutigungen von Freunden und Kollegen einzuholen, dass man durch aus in der Lage ist einen Job zu erledigen, für den man vielleicht nur 60% der Fähigkeiten mitbringt. Es wird noch immer viel zu viel Potenzial bei der Ansprache der richtigen Bewerber vertan. Ganz starkt sieht sie das bei Frauen und in Sachen Flexibilität der Unternehmen sowie die Nutzung von modernen Medien in diesen.

Als nächstes kam Dr. Elke Frank zu Wort. Sie ist seit 1. August 2013 Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland und übernimmt dort als Senior Director Human Resources die Verantwortung für das Personal-Ressort. Ihr Credo des Abends: neues, flexibles Arbeiten – DAS strategische Unternehmensthema der nächsten 5 Jahre. Hierzu braucht es vor allem die Überarbeitung der Arbeitsgesetze. Hier gehört sie bereits zum Beraterstab von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Dazu muss noch ein Umdenken in den Unternehmen statt finden. Gutes Employer Branding hat nichts mit viel Geld zu tun, schon das kleinste Video kann einen Einblick in die Unternehmenskultur geben und damit der Grundstein für Employer Branding sein. Vor allem Microsoft hat sich in dem Bereich einen Namen gemacht, denn hier werden Stellenanzeigen via Videobotschaften für ein besseres Understanding veröffentlicht. Übrigens kommen sogar viele Bewerbungen genau in diesem Format zurück.

Last but not least wurde Kristin Bücking, Managerin bei der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson in Frankfurt vorgestellt. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen im Medienbereich und vereint Medienkenntnisse aus der Praxis, die sie u.a. als Redakteurin bei der Fernseh-Talkshow „Johannes B. Kerner“ erwarb, mit umfassender Expertise und unternehmerischem Denken als Personalberaterin. Für Odgers Berndtson berät sie sowohl die klassischen Unternehmen im Bereich Consumer Goods und Medien als auch Start-Ups bei der Besetzung von Top-Führungspositionen. Wenn man sich nun diese Tätigkeitsbeschreibung auf der Zunge zergehen lässt, so ist es nicht sonderlich überraschend, dass Frau Bücking mehr auf die persönlichen Bewerbungsgespärche setzt. Dennoch erklärt sie, dass Berwerber auch bei ihnen über die sozialen Netzwerken gesucht werden. Der strukturierte Interviewprozess bleibt allerdings erhalten. Außerdem ist der kulturelle Fit des Bewerbers zum Unternehmen heute wichtiger als der CV selbst.

Keylearnings Bewerbung 4.0

Bewerbung2Jede der Damen hat ihre Sicht zu Bewerbung 4.0 wiedergeben können und dabei ergaben sich einige Keylearnings für Unternehmen wie Bewerber.

Punkt 1: Sichtbar sein

Ein Job kann heute so schnell wieder weg sein wie er gekommen ist, daher ist es umso wichtiger, dass man sichtbar, auffindbar im Netz ist. Kann man heute überhaupt noch ohne ein digitales Profil wahrgenommen werden? Ja, man kann, es stellt sich dann aber bei Unternehmen wie Personalberatern die Frage, warum dies so ist. Sie haben eine gute Begründung? Dann ist alles OK. Wenn nicht, dann sollten Sie etwas unternehmen. Dies heißt nicht, dass sie in allen erdenklichen sozialen Netzwerken nun vertreten sein müssen, aber in den für Sie relevanten. Denken Sie dabei auch immer wieder an die Trennung von privatem und beruflichem – wer darf was wann sehen?
Ein weiterer Tipp aus der Expertinnenrunde: betreiben Sie Storytelling auf Xing/LinkedIn, die meisten Lebensläufe sind unspektakulär und regen Personalberater nicht besonders an. Tragen Sie Ihre Hobbies und ehrenamtlichen Tätigkeiten ein, vielleicht gibt es genau hier den Fit zu Ihrem nächsten Arbeitgeber.
Auch wichtig: Arbeiten Sie immer an Ihren Stärken nie an den Schwächen. Wie schätzen andere Ihre Stärken ein? Reden Sie mit Ihnen darüber und bauen Sie dann diese aus.

Punkt 2: Unternehmen dürfen nicht stehen bleiben

Nicht immer reicht das Knowhow der örtlichen Arbeitnehmern für das Unternehmen aus – frischen Wind aus anderen Regionen kann das Unternehmen beflügeln. Dazu muss das Unternehmen selbst aber auch wissen wie es sich aufstellen muss, damit sie auch an genau dieses Potenzial heran kommen. Suchen Sie passende Hochschulen und engagieren Sie sich an denen.
Außerdem wird heute flexibles Arbeiten immer wichtiger, stellen Sie dies bei Ihrem Unternehmen in den Vordergrund, natürlich immer nur sofern es Ihre Tätigkeiten hergeben.

Punkt 3: Mut zur Lücke

Ein straighter Lebenslauf bringt heute nicht mehr die Top-Jobs ein. Haben Sie Mut auch einmal etwas anderes zu wagen. In erster Linie sollte der Job gut sein und das Unternehmen zu Ihnen passen. Starten Sie Testbewerbungen und schauen Sie wie gut Sie im Markt (noch) ankommen. Positive Ressonanz stärkt enorm das Selbstbewußtsein. Bitten Sie auch einmal Ihre persönlichen Kontakte in Xing/LinkedIn ganz bewußt einen neuen Kontakt mit einer Person 2. Grades zu Ihnen herzustellen.

Punkt 4: Netzwerken gehört zur Arbeit

Eins sollte jedem bewußt sein: Netzwerken führt nicht gleich zu Erfolgen, aber sie kommen. Auch wir haben da schon einige sehr gute Erfahrungen machen können. Und nur wenn man Netzwerke pflegt, bringen diese eine Ressonanz, deshalb muss genau diese Tätigkeit zu Ihren täglichen Aufgaben zählen. Übrigens darf dies auch alles gern persönlich wie beispielsweise bei einem Lunch geschehen (#neverlunchalone).

Fazit

Diese Einblicke in die Tätigkeiten und Gedankenstrukturen von Headhuntern und Beratern waren ein gelungener Mix. Wann hatte man bisher schon mal die Chance dazu? Die Themenabende bei den Digital Media Women kann man jedem empfehlen – übrigens auch den Herren, von denen doch auch eine handvoll anwesend waren.

Wie Sie nun Ihren Lebenslauf verbessern können, können wir Ihnen leider auch nicht sagen. Brauchen Sie allerdings Hilfe, das für Sie passende soziale Netzwerk zu finden und sich darin auffindbar zu machen, dann melden Sie sich einfach bei uns und wir stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

 

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  1. Pingback: Digital Media Women » Rückblick auf den Themenabend „Bewerbung 4.0″ der #DMWmuc

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